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[MiDoggy Parade] Zweithund – eine gute Idee?

In Der MiDoggy-Communitiy gibt es jeden Monat eine Blogparade zu einem bestimmten Thema. Im März lautet die Aufgabe für die teilnehmenden Blogger, sich mit der Frage „Zweithund – eine gute Idee?“ zu beschäftigen.

Da es sicher viele Hundehalter gibt, die sich diese Frage stellen, leiste ich gern meinen Beitrag dazu und berichte von meinen Erfahrungen.

Wenn du öfter hier liest, weißt du, dass ich zwei Hunde habe. Mein Mann und ich haben uns die Entscheidung für den zweiten Hund allerdings nicht leicht gemacht. Zu viele Dinge gibt es zu überlegen. Einen Hund kauft man nicht mal eben wie ein Pfund Butter, sondern man übernimmt Verantwortung für ein weiteres Lebewesen – und das für viele Jahre.

Falls du nun von mir erwartest, dass ich dir eine klare Empfehlung für oder gegen einen Zweithund gebe, muss ich dich leider enttäuschen. Vielmehr möchte ich jedoch erreichen, dass du nach dem Lesen meines Artikels bei deiner Entscheidungsfindung ein wenig weiter gekommen bist.

Ich werde dir zunächst einen Überblick darüber geben, welche Aspekte du bei deiner Überlegung Zweithund ja oder nein unbedingt berücksichtigen solltest. Im Anschluss daran nenne ich dir die Gründe, warum wir uns für einen Zweithund entschieden haben und erzähle von meinen Erfahrungen.

 

ZweithundEin Zweithund – Vorüberlegungen

Bevor du dich voller Euphorie auf die Suche nach einem weiteren hündischen Mitbewohner machst, gibt es einiges zu bedenken.

Ein weiterer Hund braucht mehr Zeit

Ein zweiter Hund bedeutet in jeder Hinsicht mehr Arbeit. Das wiederum braucht zusätzliche Zeit. Auch der neue Hund braucht Beschäftigung, muss erzogen und ausgeführt werden. Wenn du nun der Meinung bist, dass du das doch alles mit beiden Hunden gleichzeitig machen kannst, gebe ich dir nur bedingt Recht. Es ist wichtig, mit beiden Hunden gleichzeitig zu arbeiten. Es ist jedoch genauso wichtig, mit jedem Hund einzeln zu trainieren oder auch mal einzeln Gassi zu gehen.

Höhere Kosten

Der finanzielle Aspekt ist bei der Hundehaltung nicht außer Acht zu lassen. Ein zweiter Hund bringt Mehrausgaben mit sich. Hier sprechen wir nicht nur von Futter, einem Hundebett, Spielzeug, Leine und sonstigem Zubehör, sondern vor allem von festen Kosten wie Hundesteuer und Haftpflichtversicherung.

Viele Gemeinden erheben für den zweiten Hund eine höhere Hundesteuer als für den ersten. Eine Hundehalterhaftplichtversicherung ist in vielen Bundesländern bereits Pflicht.

Überlege dir also genau, ob du diese Ausgaben dauerhaft leisten kannst und möchtest.

Die Wohnsituation

Hast du genug Platz für einen zweiten Hund? Jeder Vierbeiner braucht Bewegungsfreiheit, aber auch einen Ort, wo er mal ungestört sein kann. Bei zwei Hunden auf zu engem Raum kann es leichter zu Konflikten kommen. Zudem sollte jeder Hund einen eigenen Liegeplatz haben.

Wohnst du in einer Mietwohnung? Dann musst du unbedingt die Erlaubnis deines Vermieters auch für den zweiten Hund einholen. Sie gilt nicht automatisch, nur weil du bereits einen Hund hast.

Sicher möchtest du mit deinen Hunden auch gemeinsame Ausflüge machen. Hast du die Kapazitäten, zwei Hunde gleichzeitig zu transportieren?

Urlaub

Es gibt viele Hotels und Ferienwohnungen, in denen ein Hund mitgenommen werden darf. Die Betonung liegt dabei auf ein Hund. Möchtest du mit zwei Hunden verreisen, gestaltet es sich schon etwas schwieriger, eine geeignete Unterkunft zu finden. Gleiches gilt auch für die Suche nach einem Betreuungsplatz, falls du deine Hunde nicht mit in den Urlaub nehmen kannst oder willst.

Was ist im Notfall?

Jeder kann einmal krank werden oder aus anderen dringenden persönlichen Gründen nicht in der Lage sein, sich um seinen Hund zu kümmern. Für einen Hund einen Betreuungsplatz zu finden, ist leichter, als wenn gleich zwei oder mehrere Hunde kurzfristig untergebracht werden müssen.

Warum wir uns für einen Zweithund entschieden haben

Fragt man Hundehalter, warum sie sich einen zweiten Hund wünschen, lautet die Antwort vielfach: „Damit der erste Hund nicht mehr so allein ist und einen Kumpel zum Spielen hat.“ Diese Rechnung geht aber nicht immer auf, denn was ist, wenn der erste Hund ganz zufrieden mit seinem Leben ist und wenn er mit anderen Hunden gar nicht so viel am Hut hat? Sind wir doch mal ehrlich: Meistens sind es doch wir Menschen, die Hunde so toll finden, dass wir am Liebsten ganz viele davon um uns herum hätten.

Wir lieben Hunde

Bei meinem Mann und mir war dies jedenfalls so. Wir waren diejenigen, die gern noch einen Hund haben wollten, weil wir Hunde so sehr lieben. Rica war auch als Einzelhund glücklich. Während andere Hunde draußen sich miteinander beschäftigten, machte Rica immer ihr eigenes Ding. So war sie von Anfang an und so wird sie auch noch bis zu ihrem Lebensende sein. Sie ist anderen Hunden gegenüber jedoch immer freundlich.

Ich will lernen

Seitdem Rica im Herbst 2010 bei uns einzog, ist bei mir ein Prozess ins Rollen gekommen, der nicht mehr zu stoppen ist. 🙂 Ich lerne über Hunde und atme die Informationen geradezu ein. Mit dem zweiten Hund – so war meine Überlegung damals – bekomme ich noch mehr Praxis im Umgang mit einer anderen Hundepersönlichkeit. Bobby und Rica sind zwei sehr unterschiedliche Hundetypen.

Wenn ein Hund stirbt

Für den einen oder anderen mag dieses Argument sicher absurd klingen. Doch ich musste bereits am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn der Hund plötzlich schwer erkrankt und mehrere Tage stationär in der Tierklinik behandelt werden muss. In dieser Zeit von Ricas Abwesenheit ging mir immer wieder ein Gedanke durch den Kopf: „Hätten wir jetzt noch einen Hund, wäre alles ein bisschen leichter für uns.“ Es wäre sicher auch leichter mit der Trauer umzugehen, wenn ein Hund stirbt, aber der andere noch da ist.

Zwei Hunde – Unsere Erfahrungen

Am 9. Februar 2015 war es endlich soweit. Bobby, ein ehemaliger rumänischer Straßenhund zog bei uns ein. Zuvor hatten sich Rica und Bobby bereits kennengelernt. Für uns stand von Anfang an fest, dass Rica mit entscheidet. Hätte ich bei diesem Zusammentreffen Anzeichen erkannt, dass sich die Hunde nicht mögen, wäre das Thema Zweithund erledigt gewesen.

Wenn du dich für einen zweiten Hund entscheidest, empfehle ich dir dringend, dass sich beide Hunde auf neutralem Boden kennen lernen. Diese erste Begegnung sollte ausschlaggebend für deine Entscheidung sein. Manchmal braucht es aber auch noch mehrere Zusammentreffen.

Bobby gewöhnte sich gut bei uns ein. Auch Rica akzeptierte schnell, dass nun noch ein zweiter Hund hier wohnt. Für uns wurde es ebenfalls bald zur Routine, anstatt mit einem Hund, mit Zweien spazieren zu gehen. Rica, Bobby und ich sind ein eingespieltes Team. Ich halte beide Leinen in der rechten Hand. Ein Hund läuft links und einer rechts von mir. So gibt es auch kein „Leinengetüddel“.

Noch bevor Bobby bei uns einzog, haben wir ganz klare Regeln für unser künftiges Zusammenleben festgelegt. Ich halte es bei zwei Hunden für sehr wichtig, dass der Mensch es ist, der die Ressourcen wie Futter, Spielzeug, Liegeplätze und auch Zuwendung aufteilt. Um erst gar keine Konkurrenz zwischen beiden Hunden entstehen zu lassen, haben wir insbesondere zu Anfang streng darauf geachtet, dass nicht einer dem anderen das Futter wegfrisst oder sich die Hunde ihre Liegeplätze gegenseitig streitig machen. In der Zwischenzeit hat sich das natürlich eingespielt. Jeder Hund weiß, welcher sein Futternapf und auch sein Liegeplatz ist.

Bitte achte in diesem Zusammenhang auch darauf, dass du nicht unbewusst den einen oder anderen Hund bevorzugst oder benachteiligst. Beide Hunde sollten stets gleich behandelt werden.

 

Inzwischen zählen wir seit gut drei Jahren zu den Mehrhundehaltern. Bereut haben wir nichts, im Gegenteil. Wir lieben beide Hunde so sehr und freuen uns über jeden Tag, den wir gemeinsam mit ihnen verbringen dürfen.
Was Rica und Bobby untereinander betrifft, ist es allerdings so, dass sie sich akzeptieren, aber nicht heiß und innig lieben. Das Argument mit dem „Spielkameraden“ greift also in unserem Fall nicht. Aber das finde ich nicht schlimm. Wichtig ist, dass es keine Konflikte zwischen den beiden gibt und dass ich als Hundehalter auch eingreife, falls es doch einmal dazu kommt.

Schlusswort

Ist ein Zweithund eine gute Idee oder nicht? Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Ich würde jederzeit wieder zwei Hunde gemeinsam halten. Es muss aber auch passen. Die Hunde sollten sich zumindest einigermaßen verstehen. Außerdem muss genug Zeit, Geld und Platz vorhanden sein.

Ich hoffe, ich konnte dich mit meinem Bericht bei deiner Entscheidung unterstützen. Wenn du dir immer noch nicht sicher bist, kannst du mir auch gern Fragen stellen. Oder berichte mir doch einfach von deinen Erfahrungen als Mehrhundehalter. Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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