4 gute Gründe für einen Maulkorb

Der Maulkorb bereitet vielen Hundehaltern ein ungutes Gefühl. Er wird mit erheblichen Einschränkungen des Vierbeiners verbunden. Vor einigen Jahren war auch ich dem Maulkorb eher abgeneigt. Doch dann kam Bobby, und ich musste lernen umzudenken.

Inzwischen halte ich einen Maulkorb für sehr sinnvoll und habe mich dazu entschlossen, einen Artikel in zwei Teilen zu diesem Thema zu verfassen. Im heutigen ersten Teil zeige ich dir vier Argumente für einen Maulkorb auf. Im zweiten Teil gehen wir dann gemeinsam an das positive Maulkorbtraining.

Maulkorb1. Medizinische Versorgung

Stell dir vor, du hast einen Hund, der sich nicht gern anfassen lässt. In monatelanger mühevoller Kleinarbeit hast du es hinbekommen, dass du deinen Hund fast überall berühren kannst. Doch nun geht es ihm nicht gut, und er muss einem Tierarzt vorgestellt werden.

Der Tierarztbesuch ist ohnehin für den Hund stressig genug. Aber nun muss der Vierbeiner sich von fremden Menschen berühren lassen. Gut, wenn der Hund an einen Maulkorb gewöhnt ist. So kannst du ihn in der Tierarztpraxis anlegen und musst nicht befürchten, dass dein Hund dem Tierarzt zur Begrüßung in die Hand beißt.

2. Öffentliche Verkehrsmittel

Vielfach besteht in öffentlichen Verkehrsmitteln Maulkorbpflicht und zwar nicht nur für große Hunde. Wer z. B. die Züge der Deutschen Bahn benutzt und dessen Hund nicht in eine kleine Transportbox passt, muss seinem Tier einen Maulkorb anlegen. Ich selbst bin mit Rica früher auch schon längere Zugstrecken ohne Maulkorb gefahren. Zwar hatte ich bisher immer Glück. Wenn du jedoch auf einen Schaffner triffst, der die Vorschriften sehr genau nimmt, sitzt dieser im Zweifelsfall am längeren Hebel und kann dich auffordern, mit deinem Hund aus dem Zug auszusteigen.

3. Giftköder

Leider gibt es immer mehr kriminelle, die vergiftete oder anderweitig präparierte Lebensmittel auslegen, um Hunde zu töten.
Wenn in deiner Gegend eine Giftköderwarnung ausgesprochen wird und du einen Staubsauger auf vier Beinen hast, bietet ein Maulkorb Schutz für deinen Hund, und du kannst beim Spaziergang etwas entspannter sein.

4. Sicherheit für dich und andere

Wenn dein Hund aggressives Verhalten gegenüber Menschen oder anderen Hunden zeigt, sorgt ein Maulkorb für Sicherheit. Natürlich ersetzt ein Maulkorb kein Training. Doch auch wenn du bereits an den Verhaltensproblemen deines Hundes arbeitest, können einige Wochen ins Land gehen, bis sich erste Erfolge einstellen. In der Zwischenzeit muss der Hund aber trotzdem jeden Tag Gassi gehen. Vielleicht kennst du solche oder ähnliche Gedanken: „Hoffentlich kommt mir jetzt nicht gerade Frau X mit Hund Y entgegen. Bitte nicht jetzt und nicht heute…“ Trägt dein Hund einen Maulkorb, kannst du in solchen Situationen etwas gelassener sein. Dein Hund kann niemanden verletzten, und das ist sehr wichtig.

Bobby während des Maulkorbtrainings

Ein weiterer Aspekt fällt mir ein, während ich so über meinen Alltag mit Bobby nachdenke. Es gibt Mitmenschen, die die Kontrolle über ihre Hände verlieren, wenn sie einem (kleinen) Hund begegnen. Ich weiß nicht, wie oft ich schon Leute zurechtgewiesen habe, die ungefragt meine Hunde anfassen wollten. Insbesondere Bobby fühlt sich schnell bedrängt und schnappt dann auch. Das kann ich natürlich nicht zulassen. Außerdem bin ich der Meinung, dass kein Hund es ertragen muss, von jedem angefasst zu werden! Trägt der Hund allerdings einen Maulkorb, sind die Leute gleich vorsichtiger und gehen auf Abstand.

Die Qual bei der Maulkorb-Wahl

Wie sollte es anders sein: Hast du dich schließlich dazu durchgerungen, deinem Hund einen Maulkorb zu kaufen, steht die nächste Entscheidung an: Welches Modell darf es denn sein? Die folgenden Kriterien erleichtern dir die Auswahl:

  • Der Maulkorb sollte groß genug sein, so dass der Hund bequem die Nase hindurch strecken kann.
  • Der Hund muss hecheln und Wasser aufnehmen können.
  • Der Maulkorb solle so beschaffen sein, dass man Futter hindurch stecken kann. Gerade wenn der Hund den Maulkorb einmal für längere Zeit tragen muss, halte ich dieses Kriterium für sehr wichtig.
  • Achte darauf, dass der Maulkorb nicht zu groß ist. Der Hund darf nicht die Möglichkeit bekommen, sich den Maulkorb selbst abzustreifen.

Maulkörbe gibt es aus den unterschiedlichsten Materialien wie Metall, Kunststoff, Leder oder Nylon. Abraten möchte ich von den Nylonmaulkörben, die aussehen, als würde man dem Hund eine Plastiktüte überstülpen. Der Hund ist dadurch sehr eingeschränkt. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er das Tragen des Maulkorbs als unangenehm empfindet und diesen negativ verknüpft.
Ich empfehle den Maulkorb von Baskerville. Dieser ist aus Kunststoff. Der Hund kann bequem hecheln, ich kann Futter hindurch stecken. Das Tragen ist für ihn nicht unangenehm. Ich habe dieses Modell bereits einige Zeit im Einsatz und bin damit sehr zufrieden.
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Schlusswort

Nie hätte ich gedacht, dass ich mich einmal so für einen Maulkorb aussprechen würde. Doch durch Bobby war ich gezwungen meine bisherige Einstellung zu überdenken und zu ändern. Meine Erfahrungen mit dem Maulkorb sind in jeder Hinsicht positiv. Gerade gestern erst habe ich wieder mit Bobby trainiert, denn auffrischen muss einfach ab und zu sein. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass er seinen Maulkorb liebt. Kaum sieht er ihn, kommt er aufgeregt an, steckt seine Schnauze freiwillig hinein und ich brauch ihn nur noch zu schließen.

Nächste Woche erfährst du im 2. Teil des Artikels, wie ich es geschafft habe, dass Bobby den Maulkorb so gern trägt.

Hast du deinen Hund auch an einen Maulkorb gewöhnt? Bist du dir vielleicht noch unsicher? Oder hältst du es nicht für notwendig, so wie ich damals? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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13 Kommentare

  1. Ein wichtiges Thema, denn die Akzeptanz bei Hunden ist größer als bei den meisten Menschen.
    Da mein Hund anfangs sehr stark auf Autos und Trecker reagiert hat und schon mal schnappte wenn man sie zurück halten wollte, habe ich sie auch an einen Maulkorb gewöhnt. Für ein entspanntes Spazieren gehen.
    Es war herrlich.
    Das einzige Modell was tatsächlich gut passte war eine Draht/Lederkombination. An einem 42cm Hund sieht das natürlich scharf aus 😉 mir war das egal.
    Aber selbst meine Schwiegermutter ging damit nicht los, fuhr lieber ins Feld um dort gassi zu gehen, statt im Dorf damit gesehen zu werden.
    Wenn man es nicht mal der eigenen Familie nahe bringen kann…
    Die einzigen die es nicht abgeschreckt hat waren Kinder, die kamen nach wie vor. Fragten ob sie streicheln dürfen und warum der Hund „so ein Ding“ tragen muss.
    LG
    Carola und Wilma

    • Hallo Carola,
      danke für deinen Kommentar. Ich muss zugeben, dass auch ich mich anfangs mit dem Maulkorb sehr schwer getan habe. Der arme Hund kann doch nicht so ein Ding tragen. Doch wir haben Bobby und da musste ich umdenken. Und auch wenn er weiter Fortschritte macht. Es gibt immer noch Situationen, wo er den Maulkorb braucht.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

  2. Hallo Bettina, 4 wichtige Gründe für einen Maulkorb, bin ganz bei dir. Lg Claudia und Lady

  3. Pingback:Der 7-Punkte-Plan für ein erfolgreiches Maulkorbtraining - Ricas Dogblog

  4. Vielen lieben Dank an alle, die ihr hier so fleißig kommentiert. Die große Resonanz macht deutlich, wie wichtig das Thema Maulkorb doch ist. Vielleicht könen wir alle gemeinsam einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass sein Ruf etwas besser wird. 🙂

  5. Schöner Artikel! Ich finde es schade, dass der Maulkorb einen so schlechtes Ruf hat. Sehen die Leute einen Hund mit Maulkorb, dann gibt es nur eine Möglichkeit… es MUSS ein bissiger Hund sein. Ich versuche auch immer wieder den Leuten alle Gründe für einen Maulkorb zu vermitteln. Freue mich auf den zweiten Teil!
    Liebe Grüße,
    Nicole

  6. Schade, dass es diesen Artikel noch nicht gab, als ich einen Blindenführhund hatte. Ein absoluter Staubsauger auf vier Beinen. Ich erinnere mich daran, dass er krank war und wir mit dem Futter aufpassen mussten. Das war für mich beim Gassi gehen absoluter Stress. Zumal Mein Hund nicht an Maulkorb gewöhnt war, und das Teil vom Tierarzt absolut ungeeignet war. Das wusste ich damals aber noch nicht.

  7. Da bin ich ganz deiner Meinung. Ich finde den Maulkorb eine gute Sache. Meine total verfressene Labrador Hündin hat den Maulkorb gut angenommen. Wir waren auf Zentralamerika Reise und oft hatte es giftige tote Fische am Strand. So konnte sie dennoch frei am Strand toben. Bin gespannt auf deinen nächsten Artikel um unser Training wieder etwas aufzufrischen:)

  8. Wir werden Euch heute abend für eine Blogparade nominieren. Wenn Ihr nicht schon dabei gewesen seid, würde es uns sehr freuen, wenn Ihr mitmachen würdet.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  9. Pingback:Meine Hunde, mein Blog und ich - Das war 2016 - Ricas Dogblog

  10. Hallo! Ich bin leider etwas inkonsequent, was das Maulkorbtraining betrifft. Aber ich möchte unbedingt wieder damit anfangen und es dieses Mal auch durchziehen! Ich finde es wahnsinnig wichtig, dass ein Hund den Maulkorb gerne trägt und man diesen jederzeit benutzen kann, wenn es mal nötig ist. Und zwar in genau den Situationen, die du auch beschrieben hast!

    • Hallo Antonietta, ja, mit dem konsequent sein ist das immer so eine Sache. Ich hab da auch so meine Schwachstellen, z. B. was Ricas Bellverhalten betrifft. Aber mit dem Maulkorb lohnt es sich wirklich, dran zu bleiben. Ich bin so froh, dass ich das durchgezogen habe. Es war so eine tolle Erfahrung für mich. Bobby fährt total auf seinen Maulkorb ab, und das ist nicht übertrieben. Nächste Woche gibt’s mehr davon.
      Liebe Grüße
      Bettina mit Rica und Bobby

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