Markertraining: Die wichtigsten Fragen und Antworten

In der vielfältigen Themenwelt rund um den Hund gilt mein besonderes Interesse dessen Erziehung. Wenn du schon öfter mal auf meinem Blog vorbeigeschaut hast, weißt du vielleicht, dass ich meine Hunde über positive Verstärkung trainiere und dabei Clicker und Markerwort einsetze. Heute möchte ich auf die wichtigsten Fragen zum Markertraining eingehen.

MarkertrainingWas ist ein Marker?

Ein Marker ist die Ankündigung einer Belohnung. Er folgt sofort, nachdem der Hund das gewünschte Verhalten gezeigt hat. Ein Marker kann jedes optische oder akustische Signal sein. Der wohl bekannteste Marker ist das Geräusch des Clickers. Es macht aber durchaus Sinn, zusätzlich ein Markerwort zu konditionieren.

MarkertrainingWie baue ich einen Marker auf?

Ein Clicker oder Markerwort ist sehr schnell aufgebaut. Du benötigst einen Clicker und Futter, das der Hund so richtig gern mag. Dann kann es auch schon losgehen. Du betätigst den Clicker und sofort folgt ein Futterstück. Das wiederholst du ca. 10 bis 15 mal schnell hintereinander. Wiederhole diese Übung mehrfach.

Schon bald ist es an der Zeit zu überprüfen, ob der Hund die Bedeutung des Clickers gelernt hat. Dazu betätigst du den Clicker, wenn der Hund dich gerade nicht ansieht. Schenkt er dir daraufhin Aufmerksamkeit, hat eine erfolgreiche Verknüpfung stattgefunden. Du kannst den Clicker nun im Training einsetzen.

Als Markerwort eignet sich ein kurzes Wort, das du nicht im Alltag gebrauchst. Gern genommen werden z.B. klick, top, hepp, yes, tak, tok, jepp usw. Bei der Konditionierung gehst du genauso vor wie beim Clicker.

Warum der Zwischenschritt? Ich kann doch sofort belohnen?

Wir können mit dem Marker dem Hund präziser vermitteln, was wir von ihm wollen, weil wir einfach schneller sind. Damit der Hund sein Verhalten verknüpfen kann, sollten zwischen Verhalten und Belohnung nicht mehr als zwei Sekunden vergehen. Wir brauchen jedoch oftmals zu lange, wenn wir beispielsweise in der Jackentasche erst nach dem Futter kramen. Mit einem Marker können wir dem Hund jedoch folgendes vermitteln: „Das, was du gerade gemacht hast, war richtig. Deine Belohnung kommt gleich. „

In welchen Bereichen kann ich einen Marker einsetzen?

Meiner Meinung nach kann man den Marker in allen Bereichen des Hundetrainings einsetzen. Er eignet sich sowohl zur Grunderziehung als auch zur Einübung von Tricks und für den Hundesport. Ganz besonders gute Ergebnisse habe ich mit dem Markertraining bei der Arbeit an Verhaltensproblemen erzielt.

Markertraining

Bobby ist durch Markertraining richtig aufgeblüht

Was macht dieses Training besonders effektiv?

Am Wochenende steht ein toller Ausflug an? Der Tag für die nächste Shopping-Tour steht auch schon fest? Dein nächster mehrwöchiger Urlaub ist bereits in Sichtweite? – Vorfreude heißt das Zauberwort. Ein tolles Gefühl, finde ich jedenfalls. Unseren Hunden geht es da ähnlich: Wenn der Vierbeiner seinen Marker hört, weiß er, dass gleich etwas tolles passiert. Er ist guter Stimmung, was sich wiederum positiv auf das Lernen auswirkt.

Was ist, wenn ich versehentlich zum falschen Zeitpunkt clicke?

Gerade am Anfang kann es immer mal passieren, dass du den Clicker zum falschen Zeitpunkt betätigst oder das Markerwort zu spät nennst. Das ist nicht so schlimm. Von einem Mal falsch clicken oder markern lernt der Hund kein unerwünschtes Verhalten. Beobachte dich selbst genau und verbessere dein Timing. Dafür gibt es „Trockenübungen“, die man übrigens auch gut zu zweit machen kann.

Gibt es auch einen „negativen“ Marker?

Ja, den gibt es. Der No-Reward-Marker (no reward = keine Belohnung) kündigt dem Hund an, dass sein gezeigtes Verhalten falsch war und er keine Belohnung bekommt.
Aufbauen kannst du diesen spielerisch, z. B. mit verschiedenen Gegenständen. Überlege dir vorher, welchen Gegenstand der Hund nehmen darf und welchen nicht. Lege nun dem Hund die Gegenstände hin. Entscheidet er sich für Gegenstand A, bekommt er eine Belohnung. Nimmt er sich jedoch Gegenstand B, nennst du den Negativmarker und die Belohnung bleibt aus. Geeignet sind hier Wörter wie schade, Fehler, Pech, falsch oder einfach o-oh. Natürlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten, diesen Marker aufzubauen.

Auch ich habe mal einen Negativmarker konditioniert. Ich benutze diesen allerdings nur im Notfall, denn ich halte von diesem Trainingswerkzeug nicht sonderlich viel. Ich finde es viel sinnvoller und effektiver, gewünschtes Verhalten zu fördern und zu verstärken, anstatt so lange zu warten, bis der Hund Fehler macht und dann das „Schade-Wort“ zu nennen. Mir jedenfalls macht Training auf diese Weise keine große Freude und den Hunden sicher auch nicht.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Der Clicker oder das Markerwort ist nicht dazu da, den Hund zu locken, etwa wenn er beim Rückruf die Ohren auf Durchzug gestellt hat. Die Gefahr besteht bei Wiederholung, dass der Clicker oder das Markerwort seine Bedeutung verliert.
Nach jedem Click und jedem Markerwort folgt immer eine Belohnung. Auch dann, wenn du versehentlich falsch geclickt hast. Ein Click ohne nachfolgende Belohnung ist wie ein nicht eingelöstes Versprechen. Es ist unfair.

MarkertrainingWeiterführende Informationen

Dieser Artikel soll dir einen ersten Überblick über das Markertraining verschaffen. Wenn du jetzt neugierig geworden bist und mehr darüber wissen möchtest, habe ich folgende Empfehlungen für dich:

  • Auf der Seite Hunde denken findest du viele tolle Artikel rund um das Hundetraining mit positiver Verstärkung sowie Anleitungen, die du schnell in deinem Alltag umsetzen kannst.
  • Ich habe im Januar auf dem Blog von Claudia einen Gastartikel zum Thema geschrieben. Darin schildere ich meine Erfahrungen, insbesondere im Training an Bobbys Verhaltensproblemen.
  • Als Literatur-Tipp kann ich dir das Handbuch Clickertraining* von Inka Burow wärmstens ans Herz legen.
  • Du brauchst eine praktische Anleitung vor Ort? Wende dich an einen Hundetrainer oder eine Hundetrainerin, der/die mit diesen Trainingstechniken arbeitet.

Schlusswort

In den mehr als sechs Jahren als Hundehalterin habe ich im Training vieles ausprobiert und vieles wieder über Bord geworfen, weil es einfach für uns nicht passte. Mit dem Markertraining habe ich endlich den richtigen Weg für mich und meine Hunde gefunden. Seitdem wir so arbeiten, habe ich endlich richtig gute Erfolge erzielt.
Eine wichtige Rolle spielt für mich auch der Spaß am Training und dass es meinen Hunden dabei gut geht. Wenn ich den Clicker hervorhole, hüpfen Rica und Bobby immer schon aufgeregt vor mir herum, denn sie wissen: Gleich ist wieder Training angesagt, und Training macht Spaß!

Trainierst du auch mit Clicker und/oder Markerwort? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Verrate es mir gern in einem Kommentar.


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3 Kommentare

  1. Ich finde Markertraining klasse und lese immer wieder gerne Deine Artikeln dazu. Daumen hoch. LG Claudia&Lady

    • Liebe Claudia, vielen Dank für dein Feedback. Markertraining ist auch klasse. Gerade bei meinem kleinen Angstfellchen hat es mir enorm geholfen. LG Bettina mit Rica und Bobby

  2. Pingback:Warum es dir nichts bringt, wenn du deinen Hund bestrafst - Ricas Dogblog

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