Kokosöl: Ein Allrounder im Langzeittest

Langsam löst der Frühling den Winter ab, und wir verlagern unsere Aktivitäten wieder vermehrt nach draußen. Doch die steigenden Temperaturen rufen auch die kleinen schwarzen Plagegeister auf den Plan. Sie erwachen aus ihrem Winterschlaf, begeben sich auf Nahrungssuche und besiedeln dabei unsere Vierbeiner. Zecken sind nicht nur eklig, sie gelten außerdem als Überträger gefährlicher Krankheiten.

Die Industrie weiß das auch und hält eine breite Palette an Anti-Zecken-Produkten bereit. Doch Spot-On-Präparate, spezielle Halsbänder, Sprays, Puder usw. haben einen entscheidenden Nachteil: Sie pumpen den Körper unserer Hunde mit Chemie voll. Nebenwirkungen und allergische Reaktionen sind keine Seltenheit.

Doch wir Hundehalter können aufatmen, denn es gibt eine Alternative zu den Chemiebomben. Ihr Name ist Kokosöl. Ein Naturprodukt mit großer Wirkung. Ich verwende Kokosöl bei meinen beiden Hunden seit Ende 2015 und berichte heute über meine Erfahrungen.

KokosölWas ist Kokosöl?

Kokosöl ist ein Pflanzenfett, das aus dem Nährgewebe der Kokosnuss gewonnen wird. Es hat einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren.
Als ich mein erstes Töpfchen Kokosöl öffnete, war ich etwas verunsichert. Als Öl deklariert, erwartete ich einen flüssigen Inhalt. Statt dessen sah ich eine weiße Masse vor mir. Warum das so ist, erfuhr ich als ich anfing, mich näher mit Kokosöl zu beschäftigen. Der Schmelzpunkt des Fettes liegt bei 23 bis 26 °C. Unsere Raumtemperatur ist für gewöhnlich niedriger und somit ist die Konsistenz zunächst fest. Nimmt man jedoch etwas Fett und reibt es in den Händen, wird es sehr schnell flüssig.

Das Besondere an Kokosöl

Die Anwendungsgebiete des Pflanzenfettes sind sehr vielseitig. Es wird u.a. bei der Zubereitung von Speisen, als Pflegemittel für Haut und Haare, als natürliches Heilmittel und – jetzt kommen wir der Sache schon näher – als Insektenschutz eingesetzt.

Kokosöl enthält einen hohen Anteil an Laurinsäure, deren Geruch auf Zecken und andere Parasiten eine abstoßende Wirkung hat.

Woher bekomme ich Kokosöl?

Kokosöl kannst du online bestellen. Ich habe dir nachfolgend zwei Beispiele herausgesucht.

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Du kannst das Pflanzenfett aber mittlerweile auch in fast jedem Supermarkt oder in der Drogerie deines Vertrauens bekommen.

Kokosöl im Langzeittest

Jahrelang habe auch ich zur Vorbeugung gegen Zecken die Spot-On-Präparate vom Tierarzt verwendet. Ich hatte immer ein ungutes Gefühl dabei, wusste aber keine Alternative dazu. Doch eines Tages war ich gezwungen, mir etwas anderes zu überlegen. Rica zeigte plötzlich allergische Reaktionen auf das Anti-Zecken-Präparat. Da sie ohnehin an einer Erkrankung des Blutes litt, nahm ich diese Reaktion ihres Körpers sehr ernst und verwendete das Präparat nicht mehr.

Eine ganze Zeit lang gab es bei uns keinen Zeckenschutz. Ich suchte die Hunde immer ab, und wenn sich eine Zecke auf einem meiner Hunde eingenistet hat, habe ich sie entfernt. So haben wir gut ein Jahr verbracht.

Schließlich erfuhr ich durch Gespräche mit anderen Hundehaltern von Kokosöl und dessen hervorragender Wirkung beim Schutz gegen Zecken. Das wollte ich auch ausprobieren. Es war ja kein Risiko dabei. So kaufte ich im Dezember 2015 mein erstes Töpfchen Kokosöl, um einen Langzeitschutz aufzubauen.

Seit diesem Zeitpunkt bekommen Rica und Bobby täglich eine Messerspitze Kokosöl ins Futter. Das Ergebnis im letzten Jahr:
Rica hatte insgesamt vier Zecken. Bobby hatte keine einzige. Einen 100%igen Schutz gibt es sicher nicht, aber den garantiert nicht mal ein Spot-On-Produkt. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Es gibt im Netz viele Artikel zu Kokosöl und seiner Wirkung. In den meisten Beiträgen steht geschrieben, dass man zum Zeckenschutz den Hund mit dem Öl einreiben soll. Das habe ich nicht getan. Vor allem Bobby ist sehr empfindlich, wenn etwas in seinem Fell ist, was da nicht hingehört. Da Kokosöl für Hunde äußerst schmackhaft sein muss, würden meine beiden sich wahrscheinlich alles gegenseitig wieder ablecken. Die Wirkung bei der inneren Anwendung ist durchaus in Ordnung, wie sich bei uns gezeigt hat.

Unsere Hunde haben beide sehr schönes Fell. Ich würde jetzt nicht beschwören, dass allein das Kokosöl dafür verantwortlich ist, aber es leistet sicher einen großen Anteil daran. Ich achte jedoch auch insgesamt auf eine gesunde Ernährung.

Schlusswort

Kokosöl darf in unserem Haushalt nicht mehr fehlen. Es leistet einen wirksamer Schutz vor Zeckenbefall. Auch von anderen Parasiten wie Flöhen oder Würmern sind wir verschont geblieben.
Ein toller Nebeneffekt ist auch, dass die Hunde es lieben. So ist es zu einem Ritual geworden, dass ich morgens den Rest des Kokosöls vom Messer abstreife und Bobby es dann von meinem Finger ableckt.

Setzt du auch Kokosöl zur Zeckenabwehr ein? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Verrate es mir gern in einem Kommentar.

14 Kommentare

  1. ich bin auch begeistert von der Wirkung, wir benutzen Kokosöl seit über einem Jahr, meine Hündin ist ein Barbet – eine Lockenhündin, dem fell tut das Öl sehr gut. Neben äußerlicher und innerlicher Anwendung gegen Zecken und Mücken benutze ich es auch auf Wunden und juckenden Stellen bei ihr, sowie an den Ballen (auch unsere Hündin liebt den Geschmack – muss man schon vor dem Laufen auftragen, sonst wird’s weggschleckt). Ich selber freue mich über kaum Mückenstiche im Sommer und geschmeidige Haut bei mir selber. Ein Allroundprodukt – I love it !

    • Hallo Sylke,
      danke für dein Feedback. Kokosöl ist wirklich ein kleines Wundermittel und aus unserem Haushalt nicht mehr wegzudenken. Die Hunde lieben es sowieso.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

  2. Ich benutze es auch seit ca 2 Monaten und bin begeistert. Meine beiden Hunde haben seit dem weniger zecken, die letzte Woche nicht eine und weniger Probleme mit der Verdauung. Vorher frass mein Surik täglich Gras und musste darauf Erbrechen und jetzt vielleicht noch einmal die woche, wenn überhaupt. Kann es jedem nur empfehlen. Meine bekommen jeden Abend einen Teelöffel ins Futter gemischt. Liebe Grüße Anita mit Surik und Jumbi 😊

  3. Seit ca. 8 Wochen verwende ich Kokosnussöl äußerlich jeden Tag vor dem morgendlichen Gassigehen. Wir sind in Wald und Feld unterwegs. Er hatte vorher dauernd Zecken. Seit der Anwendung haben wir fast keine mehr. In den letzten 14 Tagen gar keine.
    Ich werde in Zukunft etwas ins Futter machen.

    • Hallo Ilona,
      es freut mich, dass das Kokosöl bei euch so gute Wirkung zeigt. Gib ruhig ein bisschen ins Futter. Es ist nämlich auch für die Verdauung gut und als Vorbeugung gegen Würmer. Außerdem muss Kokosöl für Hunde sehr schmackhaft sein. Zumindest meine beiden sind außer Rand und Band, wenn ich das Glas hervorhole.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

  4. Hallo Bettina,

    Du schreibst in deinem Beitrag von vier Zecken. Waren das die, die du vom Hund abgelesen hast oder tatsächlich festgesaugte? Anstatt eine Messerspitze ins Futter zu geben, wäre es möglich das Kokosöl auch beim Backen von Hundekeksen zu verwenden und es ihm so zuzuführen? Oder verändern sich in dem Fall die Eigenschaften des Öls?
    Ich könnte mir auch gut vorstellen eine ganze Kokosnuss zu verfüttern. Inklusive aufbrechen 😁

    Gruß Petra

    • Hallo Petra,
      bei den vier Zecken von denen ich gesprochen habe handelt es sich um solche, die sich festgesaugt hatten. Vier in einem Jahr finde ich nicht viel.

      Die Dosierung habe ich abhängig gemacht vom Gewicht meiner Hunde (8 u.9 kg). Klar kannst du Kokosöl auch als Zutat für Hundekekse verwenden. Ob es in dieser Form auch wirkt, weiß ich nicht. Ich würde es einfach ausprobieren. Es ist ja kein Risiko dabei.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

    • Hallo Petra,
      ich backe für meinen Hund die Kekse mit Kokosöl,habe seit Monaten keine Zeckern .

  5. Pingback:So bleibt der Hund im Sommer gesund - Ricas Dogblog

  6. Liebe Bettina!
    Toller Beitrag – vielen Dank! Ich bin auch ein absoluter Fan von Kokosöl und verwende es selbst bereits seit Jahren bei meinem Hund, äußerlich und innerlich. So sparen wir uns auch bereits seit über einem Jahr die Wurmkur. Kokosöl hat nicht nur tolle Eigenschaften bei der Parasitenprophylaxe, es ist z.B. auch wunderbar zur Fütterung von Hunden mit Bauchspeicheldrüsenproblemen geeignet, da es die BSD nicht belastet und sofort verstoffwechselt wird. Einfach ein tolles Naturmittel 🙂
    Ein schönes Wochenende und LG, Doris

    • Hallo Doris,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Kokosöl ist wirklich ein Alleskönner und meine Hunde sind verrückt danach. Ich gebrauchte es inzwischen auch schon für mich selbst, z.B. bei trockener Haut.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

  7. Liebe Bettina,
    vielen Dank für den interessanten Beitrag. Wir haben auch seit knapp 2 Monaten einen Welpen zu Hause und sie wurde regelrecht angefallen von diesen blöden Viechern.Den Tipp mit dem Kokosöl werde ich mal beherzigen. Mich würde interessieren, ob du bei jeder Mahlzeit etwas in das Futter mischst oder nur 1 mal am Tag.
    LG Jana

    • Hallo Jana,
      vielen Dank für dein Feedback. Ich gebe meinen Hunden einmal pro Tag eine Messerspitze Kokosöl ins Futter, und ich füttere morgens und abends. Ich hatte – wie im Beitrag erwähnt bereits im Dezember damit angefangen, um einen Langzeitschutz aufzubauen. Außerdem barfe ich meine Hunde und mache inzwischen sogar die Leckerlies fürs Training selbst.Bin also mittlerweile ganz weg vom Fertigfutter. Vermutlich spielt auch die gesamte Ernährung eine Rolle, warum wir so „zeckenfrei“ durchs letzte Jahr gekommen sind.
      Probiere das Kokosöl einfach mal aus. Du kannst nichts falsch machen, ist ja ein Naturprodukt. Du kannst deinen Hund auch vor einem Spaziergang damit einreiben, wenn die Gabe ins Futter nicht zum Erfolg führen sollte. Wenn du noch Fragen hast, melde dich gerne.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

      • Hallo Bettina,
        Danke für deine schnelle Antwort.Wir probieren das auf jeden Fall aus.
        LG Jana und Whoopi 😊

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