Ist Online-Hundetraining sinnvoll?

Ich kenne noch die Zeit, als man sich nicht einmal ansatzweise vorstellen konnte, dass die Menschen eines Tages vor Bildschirmen und kleinen Taschencomputern sitzen, um Informationen zu allen erdenklichen Themen abzurufen. Wer sich fortbilden wollte, besorgte sich Bücher oder besuchte Veranstaltungen, zu denen er unter Umständen eine lange Anfahrt hatte und manchmal noch ein bis zwei Übernachtungen dazu buchen musste.

Heute, im Jahr 2017, ist das Internet aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die technischen Möglichkeiten reichen mittlerweile weit über die Darstellung von Texten und Bildern hinaus. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Weiterbildung am heimischen PC stattfinden kann.

Das Angebot an Onlinekursen wird auch im Bereich der Hundehaltung immer größer. Ich stelle dir heute die verschiedenen Arten der Fortbildung vor und berichte über meine Erfahrungen.

Hundetraining onlineHundetraining online, wie geht das?

Lernen über das Internet ist nichts Neues mehr. Doch kann das auch im Bereich der Hundeerziehung funktionieren? Kritiker sind der Meinung, dass Hundetraining in einer Hundeschule oder beim Hundehalter vor Ort stattfinden und unter direkter Anleitung erfolgen muss. Ein Selbstlernkurs würde zudem die Praxis vernachlässigen und die Gefahr, dass sich Fehler in das Training einschleichen wäre zu groß.

Doch wie in so vielen Lebensbereichen kann man auch hier nichts verallgemeinern. Nicht alle Online-Angebote sind gleich gut oder schlecht. Schauen wir uns einige Formen dieser Fortbildungen doch einmal etwas näher an.

Kurse zum Selbstlernen

Bei dieser Form der Weiterbildung gelangst du nach dem Anmeldeprozess in einen geschützten Bereich. Hier stehen dir als Teilnehmer sofort diverse Unterlagen zur Verfügung. In der Regel handelt es sich zum einen um Input in Form von Skripten und/oder Videos und zum anderen um Aufgaben, die du bearbeiten kannst. Manche Anbieter ermöglichen den Austausch der Teilnehmer untereinander in einer Facebook-Gruppe.

Die Teilnehmer sind in der Zeiteinteilung sehr flexibel, da der Zugriff auf das Lernmaterial meist für zwölf Monate oder länger gewährt wird. Eine Kontrolle der Aufgaben oder Feedback durch den Anbieter ist hier in der Regel nicht vorgesehen oder nur gegen Aufpreis möglich.

Betreute Kurse

Im Gegensatz zu den reinen Selbstlernangeboten finden diese Lehrgänge zu einem festen Termin statt und erstrecken sich über mehrere Wochen. Nach Anmeldung und Bezahlung erhältst du vom Anbieter deine Zugangsdaten zu einem Forum, das speziell für diesen Lehrgang auf einer Kursplattform (z. B. Moodle) eingerichtet wurde. Erst an dem Tag, an dem der Lehrgang beginnt, kannst du dich im Forum einloggen. Dort werden dann in regelmäßigem Abstand die Lernmaterialien eingestellt. Auch hier handelt es sich um Skripte, Fotos, Lehrvideos und Aufgaben. Der Austausch unter den Teilnehmern und mit dem Dozenten findet im Forum statt. Die Aufgaben werden vom Dozenten kontrolliert und korrigiert.

Zeitlich bist du auch hier flexibel, da jedoch immer neue Inhalte dazu kommen, tust du hier gut daran, mit der Bearbeitung des Lernstoffes nicht all zu lange zu warten, um nicht den Anschluss zu verpassen.

E-Mail-Kurse

Hier trägst du dich in eine Mailingliste ein und bekommst über einen vorher festgelegten Zeitraum täglich E-Mails mit Lernmaterialien. Diese Kurse sind meist zum Selbstlernen konzipiert. Auch hier besteht manchmal die Möglichkeit, sich mit den Teilnehmern in einer Facebook-Gruppe auszutauschen.

Webinare

Ein Webinar ist ein Vortrag, der in Form einer Präsentation über das Internet Übertragen wird. Webinare werden auf speziell dafür geschaffene Plattformen (z. B. edudip) abgehalten und finden zu bestimmten Terminen statt. Der Ablauf eines Webinars ist in etwa folgender: Du loggst dich kurz vor Beginn der Veranstaltung mit deinen Zugangsdaten im Webinarraum ein.

Neben der Präsentation siehst du ein Chatfenster auf dem Bildschirm. Während der Veranstaltung kannst du hier deine Fragen an den Referenten eintippen oder dich mit den anderen Teilnehmern austauschen.  

Viele Webinare werden aufgezeichnet, so dass du auch hinterher noch die Möglichkeit hast, dir das Webinar noch einmal anzuschauen.

Ist ein Onlinekurs für mich geeignet?

Die Frage ist durchaus berechtigt. Da auch wir Menschen Individuen sind und auf unterschiedliche Weise lernen, ist ein Onlinekurs sicher nicht für alle gleich gut geeignet. Ich habe daher einmal ein paar Voraussetzungen zusammengestellt, die du meiner Meinung nach mitbringen solltest, damit ein Onlinekurs das Richtige für dich ist und dir vor allem auch den gewünschten Erfolg bringt. Nichts ist ärgerlicher, als für etwas viel Geld auszugeben, was hinterher nicht passt. Ein Onlinekurs ist gut geeignet wenn du:

  • dir den Lernstoff anhand von Texten, Fotos und Videos selbständig erarbeiten kannst.
  • dir die Zeiteinteilung keine Probleme bereitet. Dieser Aspekt ist nicht zu unterschätzen.
  • gute PC Kenntnisse hast und mit den technischen Möglichkeiten des Internets vertraut bist.
  • speziell im Hundetraining, du kein Problem damit hast, dich beim Training mit deinem Hund filmen zu lassen und diese Videos den anderen Teilnehmern vorzustellen.

Meine Erfahrungen

Ich habe bereits an einigen Online-Fortbildungen teilgenommen und bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Es waren alle von mir zuvor beschriebenen Formen dabei und alle beschäftigten sich mit Hundethemen.

Online-Hundetraining

Rica lernt den Bodentarget kennen. Eine Übung im Rahmen des Clicker-Onlineworkshops

Hervorheben möchte ich den Clicker-Onlineworkshop, an dem ich im Januar 2015 teilgenommen habe. Vielleicht fragst du dich, wie ein Workshop, in dem es um praktisches Training geht, über das Internet überhaupt durchgeführt werden kann. Fakt ist: Ich habe in diesen vier Wochen so viel gelernt, so intensiv gearbeitet und bin in meiner Entwicklung ein ganzes Stück vorangekommen. Das sollten Beweise genug sein, dass Hundetraining auch Online funktioniert.

Damit es funktionierte, spielten Videos eine entscheidende Rolle. Wir bekamen viel Filmmaterial zu sehen und haben unsere eigenen Trainingsvideos mit unseren Hunden in das Forum eingestellt. Wir bekamen konstruktives Feedback von der Dozentin und konnten uns als Teilnehmer auch untereinander helfen. Am Ende des Lehrgangs fand noch eine Live-Onlinekonferenz statt, in der wir alle bedauerten, dass die vier Wochen schon um sind.

Schlusswort

Aus meiner Sicht sind Online-Fortbildungen eine echte Bereicherung. Als ganz klare Vorteile sehe ich die flexible Zeiteinteilung und die Kostenersparnis für Anfahrt, Unterkunft und Verpflegung.

Natürlich besuche ich immer noch ganz gern die eine oder andere “Offline-Veranstaltung”, wenn ich es zeitlich einrichten kann. Denn was ein Onlinekurs nicht bietet, ist der persönliche Austausch mit anderen Hundehaltern, der ja meistens in den Seminarpausen stattfindet.

Insgesamt komme ich zu der Erkenntnis, dass Online-Angebote auch im Bereich der Hundehaltung durchaus funktionieren. Sie ersetzen keinen Unterricht in einer guten Hundeschule, sind aber eine hervorragende Ergänzung dazu.

Welche Erfahrungen hast du mit Online-Fortbildungen zu den verschiedenen Themengebieten der Hundehaltung gemacht? Verrate es mir doch gern in einem Kommentar.

 

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