Heute vor 7 Jahren…

Trotz des Feiertages erscheint heute ein neuer Blogartikel… –  oder gerade deshalb. Der 3. Oktober ist mehr für uns als Tag der Deutschen Einheit oder ein freier Tag zwischendurch. Heute vor sieben Jahren ist Rica, unser erster Hund, bei uns eingezogen. Die kleine Maus veränderte unser Leben.

Natürlich habe ich eine Weile überlegt, was ich aus diesem Anlass auf meinem Blog machen soll. Ein kleiner Rückblick über die vergangenen sieben Jahre? Ja, an einem Jubiläum bietet sich ein Streifzug durch die Vergangenheit geradezu an. Aber hatte ich dazu Lust? Während meiner Überlegungen und beim Durchstöbern meiner Evernote-Notizen stieß ich auf ein interessantes Dokument. Ich hatte doch in den ersten Tagen nach Ricas Einzug tatsächlich Aufzeichnungen geführt. Inzwischen hatte ich das vollkommen vergessen.

Neugierig stürzte ich mich auf meinen Text aus vergangenen Zeiten. Ich musste schmunzeln und war nachdenklich zugleich. Wie naiv war ich doch damals an das Thena Hund herangegangen. Was hatten mein Mann und ich anfangs für Fehler gemacht… 

Ich habe mich entschlossen, Teile meiner Aufzeichnungen zu veröffentlichen und jeweils darunter ein paar Zeilen zu schreiben – auch aus heutiger Sicht. Ich möchte dir mit diesem Blogpost Mut machen. Bei dir ist gerade dein erster Hund eingezogen, und nichts läuft so, wie du dir das vorgestellt hast? Dein Hund ist schon länger bei dir und ihr durchlebt gerade eine schwierige Phase? Dann gib nicht auf! Fehler machen wir alle. Sie sind da, damit wir aus ihnen lernen. 

erster HundVon nix ’ne Ahnung, aber ein Hund musste her 

Wir hatten genug von der Hektik der Großstadt und zogen Ende 2009 in unser eigenes Häuschen im Grünen. Es vergingen nur wenige Monate, als zum ersten Mal das Gespräch auf einen eigenen Hund kam. Doch wir waren uns unsicher: Ein Hund, ist das wirklich die richtige Entscheidung für uns? Ich hatte überhaupt keine Ahnung von Hunden, hatte mein ganzes Leben lang mit Katzen verbracht. Andererseits mochte ich auch Hunde gern. Doch weil wir uns so unsicher waren, legten wir das „Projekt eigener Hund“ erst einmal wieder auf Eis. 

Nun lebten wir bald ein Jahr in unserem neuen Zuhause. Viele Spaziergänge hatten wir schon in der Natur unternommen – und Natur gibt es hier reichlich. Eines Tages sprach mein Mann den entscheidenden Satz aus „Wäre doch toll, wenn uns auf unseren Spaziergängen ein Hund begleiten würde…“ Doch diesmal blieben wir am Ball, durchstöberten das Netz und fanden schließlich über eine Anzeige unsere Rica.

Am 3. Oktober 2010 war es endlich soweit. Unsere Hündin zog bei uns ein. Nicht nur für den Hund war alles neu und ungewohnt. so schrieb ich am gleichen Tag:

03.10.2010
Heute ist Rica zu uns gekommen.Die Fahrt war sehr anstrengend. Nach der Ankunft
zuhause hat Rica erst mal alles erkundet. Die Katzen waren etwas verstört. Sie hat sich
von uns kaum einfangen lassen, um nach draußen zu gehen, hat Angst, wenn ich ihr die
Hand entgegen strecke. Den Namen Rica haben wir ihr gegeben. Sie hatte vorher noch
keinen. Das Laufen an der Leine fällt noch sehr schwer.

Oh, was waren wir naiv! Ich erinnere mich noch. Rica war damals ein halbes Jahr alt. Das passte für uns, denn dann müsste sie das Wesentliche ja bereits gelernt haben. Mit dem „Wesentlichen“ meinten wir in erster Linie Stubenreinheit, das Laufen an der Leine sowie Sitz und Platz. Und dass ein Hund sich nicht anfassen lassen wollte… Hm an diesem ersten Tag kamen schon die ersten zweifel auf, weil wir andere Erwartungen hatten.

Heute weiß ich natürlich, dass der Hund überfordert war und dass wir Fehler gemacht hatten. Es ist nicht ratsam, einen Hund, der gerade erst eingezogen ist, die Räume allein erkunden zu lassen. Auch sollte ein Hund zunächst von anderen Haustieren getrennt werden. Außerdem hätten wir Rica die Gelegenheit geben müssen, erst einmal zur Ruhe zu kommen. Hätte ich das alles damals schon gewusst…

Ein Bild aus Ricas ersten Tagen

Stubenreinheit – was ist das denn?

Soweit ich mich noch erinnern kann verlief die erste Nacht ruhig. Rica suchte sich einen Platz und schlief durch. Doch gleich am Morgen darauf erwartete uns die nächste Überraschung:

04.10.2010
Nach der Morgenrunde ist Rica ein Missgeschick passiert. Sie hat ihr Geschäft im Flur
erledigt. Auch mit der Stubenreinheit müssen wir noch üben. Ich habe heute mit Rica geübt. Ergebnis des Tages: Rica hat ihren Namen verstanden und schon etwas mehr zutrauen zu uns gefunden. Sie macht kleine Fortschritte.

Da hatten wir doch tatsächlich geglaubt, wenn wir uns einen Hund holen, der ein halbes Jahr alt ist, haben wir mit dem Thema Stubenreinheit nichts mehr zu tun. Doch wie sollten wir dieses Thema angehen? Wie erkenne ich überhaupt, dass mein Hund mal muss? Es folgte in dieser Zeit so viel Input. Ich brachte Bücher aus der Bibliothek mit nachhause. Wir führten unzählige Gespräche mit anderen Hundehaltern. Manchmal verwirrten mich die vielen Informationen noch mehr, als sie nützten.

Die Stubenreinheit ist einem Hund nicht in die Wiege gelegt. Sie muss erlernt werden. Wie du dabei vorgehen kannst, erfährst du in meinem Blogartikel zum Thema Stubenreinheit. Bei Rica hat das Ganze übrigens zwei Monate gedauert.

Schredder auf vier Beinen

Doch die Stubenreinheit sollte nicht unser einziges Problem bleiben. Wo kämen wir denn da hin, wenn das schon alles gewesen sein sollte? 😃 So schrieb ich folgende Zeilen:

07.10.2010
Rica hatte ihre drolligen 5 Minuten und hat alles zerlegt, was ihr in die Quere kam. Auch
ihr Geschäft hat sie wieder im Haus erledigt. Sie gewinnt immer mehr zutrauen zu uns.
Das Laufen an der Leine ist aber nach wie vor schwierig.

Ich war damals wirklich ungeduldig und habe erwartet, dass der Hund innerhalb weniger Tage alles lernt, was wir von ihn verlangen. Das war etwas, was auch ich im Lauf der Zeit erst verinnerlichen musste. Geduld haben. Irgendwann begriff ich jedoch, dass ich mit meiner Ungeduld und „schnell schnell“ überhaupt nichts erreichen konnte, im Gegenteil. Einen Hund zu haben bedeutete auch, dass ich an mir arbeiten und meine gesamte Einstellung überdenken musste.

Rica hatte alles zerlegt, weil sie die Gelegenheit dazu hatte. Weil sie im Grunde genommen machen durfte, was sie wollte und wir keine Regeln aufgestellt haben. Das überforderte sie wiederum. All das haben wir erst einige Zeit später verstanden.

Inkonsequenz

Inkonsequenz ist ein schlechter Ratgeber, wenn man einen Hund erziehen möchte. Inkonsequent war ich leider auch mit meinen Aufzeichnungen. Heute finde ich es schade, dass ich sie nicht weiter geführt habe, denn man vergisst über die Jahre hinweg doch so einiges. Den letzten Eintrag vom November 2010 möchte ich dir jedoch nicht vorenthalten:

27.11.2010
Lange nichts geschrieben, weil ich nicht wusste, ob ich die Aufzeichnungen weiter führen
soll. Es ist jedoch sehr wichtig, um immer wieder nachlesen zu können, was Rica für
Fortschritte gemacht hat, wenn ich mal wieder ungeduldig mit ihr bin.
Morgen ist Rica genau zwei Monat bei uns, Inzwischen kann sie:
– Sitz und Platz
– erheblich besser an der Leine laufen. 
– Sie läuft Mittags regelmäßig an der Schleppleine.
– Es ist seit mehr als 2 Wochen kein Missgeschick im Haus mehr passiert.
– Sie reagiert auf das Wort „ausgehen“, weiß, was es bedeutet.
– Sie hat nicht mehr so große Angst vor der Dunkelheit
– Sie kann mehrere Stunden allein sein, ohne dass wir größere Schäden beklagen müssen

Was noch nicht verlässlich klappt, ist das Kommen auf Zuruf. Hier müssen wir noch konsequent üben. Auch hat Rica kein großes Interesse an Spielsachen. Vielleicht kriegen wir das auch noch hin.
Weiterhin haben wir festgestellt, dass Rica sehr ängstlich ist. 

Was hatte ich für Erwartungen? Aus heutiger Sicht finde ich, dass wir zu dem Zeitpunkt schon eine ganze Menge erreicht hatten. Doch da war sie wieder, meine Ungeduld. 

Der Weg mit Rica war lang. Er führte mich durch den Dschungel der Trainingsmethoden, und so manches Mal verirrte ich mich. Doch ich liebte diesen Hund immer mehr und begann schließlich,
selbst aktiv zu werden, viel zu lesen und an Fortbildungen teilzunehmen. So baute ich mir bis zum heutigen Tag mein Wissen rund um den Hund auf.

Heute ist Rica (neben Bobby natürlich) der beste Hund, den man sich vorstellen kann. Seit 2016 gehe ich mit ihr – jeweils in der zweiten Jahreshälfte – in die Hundeschule. Beschäftigung ist angesagt, hauptsächlich Tricktraining. Rica und ich haben eine Menge Spaß dabei. Ich bin so froh, dass ich meine kleine Maus habe.

Ein kleines Geschenk für dich

Das Beste habe ich mir jedoch für den Schluss aufgehoben. Wenn du bald einen neuen Hund oder gar deinen ersten Hund bekommst, düfte mein kleiner Ratgeber für dich interessant sein. Darin erfährst du, wie du die ersten Tage mit deinem Hund gestalten kannst. Das Dokument (pdf-Datei) steht hier für dich zum kostenlosen Download bereit.

Schlusswort

Wie du nun erfahren hast, habe ich als Ersthundehalterin sämtliche Fehler gemacht, die man so machen kann. Doch anstatt aufzugeben, habe ich irgendwann die Kurve gekriegt, meine Einstellung geändert und gelernt, was das Zeug hält. Ich habe meinen Weg im Umgang mit meinen Hunden endlich gefunden, wenn es auch ein langer und manchmal auch steiniger Weg war. Heute bin ich soweit, dass ich mein Wissen an dich weitergeben kann – in meinem Hundeblog.

Wie war es bei dir, als ein neuer Hund einzog? Hattest du schon Erfahrungen mit Hunden? Hast du auch so viele Fehler gemacht wie wir in den ersten Wochen? Verrate es mir gern in einem Kommentar. 

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3 Kommentare

  1. Gratulation zum 7. Jahrestag – ich freue mich, dass Du in Erinnerungen kramst 🙂
    Ich muss gestehen, wir haben bei unserem ersten Hund auch viele Fehler gemacht – und bei jedem weiteren mindestens noch genau so viele 🙂 Auch nach über 26 Jahren erinnere ich mich gut daran, was uns Dingo alles über das Leben mit Hunden beigebracht hat. Ich behaupte ja manchmal, es war aber einfacher als heute, denn wir konnten nicht mal schnell im Internet nachschauen und auch Hundetrainer oder Ratgeber gab es selten – da blieb nur übrig auf das Bausgefühl zu hören … das wird heute leider sehr vernachlässigt.
    Jeder unserer Hunde war und ist ganz unterschiedlich – und ich könnte nie sagen, was richtig oder falsch ist bei einem Welpen – weil eben auch jeder Welpe unterschiedliche Bedürfnisse hat und sich verschieden schnell entwickelt.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

    • Hallo Isabella,
      Vielen Dank für die Glückwünsche. Du hast Recht: die vielen Informationen, auf die wir heutzutage zugreifen können, können einen manchmal auch ausbremsen. Bei mir hat es auch lange gedauert, bis ich da angekommen bin, wo ich heute stehe. Viel habe ich ausprobiert – und nicht für gut befunden.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

  2. Hallo Bettina,
    wenn ein Welpe einzieht ist das eine große Umstellung und Aufregung. Von uns alles Liebe 🙂
    LG Claudia&Lady

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