Ein Hund aus dem Ausland: Das solltest du wissen

In einer Facebook-Gruppe trug sich im letzten Jahr folgendes zu:
Eine Hundehalterin wandte sich verzweifelt an die Gemeinschaft. Ihr Hund, der erst vor wenigen Wochen aus Rumänien nach Deutschland gebracht wurde, könne nicht länger bei ihr bleiben. Sie sei nicht länger in der Lage, für die regelmäßig anfallenden Tierarztkosten aufzukommen. Außerdem sei sie auch sonst mit seiner Krankheit überfordert. Der Hund litt an einer Hauterkrankung.
Die Nutzerin erntete viele Kommentare. Einige boten Hilfe an, andere waren sehr böse, woraufhin sie sich rechtfertigte: „Ich meinte es doch nur gut und wollte wenigstens einen dieser armen Hunde retten“.

Solche Situationen sind leider kein Einzelfall. In deutschen Tierheimen befinden sich zahlreiche Hunde, die aus dem Ausland stammen, in ein neues Zuhause in Deutschland vermittelt und nach kurzer Zeit wieder abgegeben wurden. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Falsche Erwartungen, keine ausreichende Aufklärung durch die vermittelnde Organisation, Überforderung mit Krankheiten oder Verhaltensproblemen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Hund aus dem Ausland

Das Internet macht es möglich: Man muss nur bestimmte Suchbegriffe bei Google oder in den sozialen Netzwerken eingeben, und schon landet man in einer traurigen Bilderflut. Hunde mit großen Augen und ängstlichem Blick, mehrere Hunde in einem viel zu kleinen Zwinger zusammengepfercht, verletzte und Kranke Tiere. Beim Ansehen solcher Fotos zerreißt es einem das Herz und schnell kommt der Gedanke: „Da muss man doch was tun. Ein (weiterer) Hund hat doch bei uns noch Platz…“

Doch so schwierig das auch sein mag. Gerade an das „Projekt Auslandshund“ sollte man mit einem sehr wachen Verstand herangehen und sich nicht allein von den Bildern leiten lassen, wenn man nicht hinterher möglicherweise eine böse Überraschung erleben will.

Ich habe selbst einen Hund aus Rumänien und hatte über zwei Jahre lang Zeit, Erfahrungen zu sammeln. Vielleicht spielst du ja gerade mit dem Gedanken, einen Hund aus dem Ausland zu adoptieren. In meinem heutigen Blogartikel möchte ich dir einiges an Wissen an die Hand geben, das für deine Entscheidung hilfreich sein kann.

Die Situation der Straßenhunde

Schauen wir uns zunächst einmal an, was das für Hunde sind, die auf den Straßen Süd- und Osteuropas leben. Es sind zahlreiche umherstreunende Hunde, die höchstwahrscheinlich schon ihr ganzes Leben auf der Straße verbracht haben. Da sie nichts anderes kennen, ist dieses Dasein für sie normal. Doch auch in Spanien, Italien, Rumänien, Bulgarien usw. gibt es Menschen, die Hunde halten, sich jedoch nicht so um sie kümmern, wie wir in Deutschland das tun. Meistens ist es so, dass die Hunde das Grundstück verlassen während die Menschen arbeiten und dann ebenfalls durch die Straßen laufen.

Insbesondere Rumänien machte in den letzten Jahren negative Schlagzeilen durch die brutalen Fangaktionen, die seitens der Behörden durchgeführt werden. Die Hunde werden in Lager gesteckt. Dort kümmert man sich nicht um sie, im Gegenteil: Ist das Lager voll, werden Hunde getötet, um wieder Platz zu schaffen, damit weitere Hunde von den Straßen gefangen werden können.
Tierschützer, hauptsächlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, haben sich in den vergangenen Jahren vermehrt dieser Hunde angenommen, die in ihrem Herkunftsland keine Chance auf ein Zuhause haben. Hierzulande ist die Nachfrage nach Hunden groß, so dass ein Teil der Hunde nach Deutschland vermittelt werden kann. Tierschützer arbeiten jedoch kontinuierlich daran, die Situation der Hunde in den Herkunftsländern zu verbessern. Denn die Hunde aus dem Land zu bringen, ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und löst die ursprünglichen Probleme nicht.

Wie kommt ein Auslandshund nach Deutschland?

An folgendem Beispiel erläutere ich dir, wie eine Vermittlung eines Hundes aus dem Ausland ablaufen könnte:

Du findest auf Facebook das Foto eines Hundes, von dem du dir vorstellen könntest, dass er dein neuer Begleiter für die nächsten Jahre werden könnte. Unter diesem Foto befindet sich ein Link. Dieser führt dich auf die Homepage eines Tierschutzvereins. Dort findest du eine – soweit möglich – detaillierte Beschreibung des Hundes und Kontaktmöglichkeiten, wo du dein Interesse mitteilen kannst.

Die Tierschutzvereine haben in der Regel ihren Sitz in Deutschland. Sie unterhalten entweder eigene Tierheime im Ausland oder helfen in den staatlichen Hundelagern.

Du hast nun dem Verein mitgeteilt, für welchen Hund du dich interessierst. Manche Vereine stellen auch ein Formular zum Download bereit, denn sie möchten über die Interessenten für die Tiere einiges erfahren. Abgefragt werden z. B Wohnsituation, Berufstätigkeit, Hundeerfahrung usw.
Ein Mitarbeiter des Vereins meldet sich und ihr vereinbart einen Termin für eine Vorkontrolle bei dir zuhause. Dieses Gespräch dient der Information für beide Seiten. War die Vorkontrolle erfolgreich, sprich der Verein ist bereit, dir den Hund zu vermitteln, wird ein Schutzvertrag aufgesetzt. Dieser beinhaltet auch die Zahlung einer Gebühr.

Etwa zwei bis vier Wochen später kann dein neuer Hund bereits bei dir sein.

Das solltest du wissen

Ich bin der Meinung, dass Tierschutz nicht an der Landesgrenze Deutschlands aufhören sollte. Deshalb bin ich grundsätzlich dafür, Hunde aus anderen Ländern nach Deutschland zu holen. Es gibt jedoch bestimmte Dinge, die du überlegen solltest, bevor du dich für einen ausländischen Hund entscheidest:

Löse dich von falschen Erwartungen

Ein Hund aus Osteuropa ist nicht dankbar und wird dir auch nicht am ersten Tag vor Freude in die Arme springen (vielleicht gibt es Ausnahmen). Rechne eher mit Angst, Zurückhaltung oder auch Aggression. Vielleicht hilft dir folgendes Gedankenspiel:
Stell dir einmal vor, du wärst plötzlich in einer völlig fremden Umgebung. Du kennst dich nicht aus, es riecht merkwürdig, niemand ist da, den du kennst. Die Menschen sprechen eine fremde Sprache. Würdest du dich dem Erstbesten, der sich dir zuwendet gleich an den Hals schmeißen…? – Sicher nicht. Nun übertrage dieses Gedankenspiel auf deinen neuen Hund.

Es kommt Arbeit auf dich zu

Ich habe mal mitbekommen, dass Tierschützer gefragt wurden, ob die Hunde bereits leinenführig oder stubenrein sind und ob eine gewisse Grunderziehung bereits vorhanden ist. Hunde die ihr Leben lang auf der Straße verbracht haben, kennen keine „Stube“ und mussten auch nie an der Leine laufen. Lange Rede, kurzer Sinn: Du musst dich darauf einstellen, dass dein neuer Hund – auch wenn er schon etwas betagter ist – alles erst lernen muss. Das bedeutet eine Menge Arbeit und kann, insbesondere was die Stubenreinheit betrifft auch Nerven kosten.

Rechne mit Problemen

Es kommt leider häufig vor, dass Straßenhunde misshandelt werden und Menschen gegenüber ängstlich bis aggressiv sind. Insbesondere haben diese Hunde oft ein Problem mit Männern. Bis sich ein solcher Hund eingelebt hat, braucht es keine Tage oder Wochen, es kann unter Umständen Monate oder gar Jahre dauern bis der Hund richtig angekommen ist. Ich spreche hier aus Erfahrung.

Auch ein zunächst gesund wirkender Hund kann krank sein kann. Die Lebensumstände insbesondere in den staatlichen „Tierheimen“ hinterlassen Spuren. Die Massenhaltung dort ist ein idealer Nährboden für Krankheiten und Parasiten. Lass dich bitte von dem Tierschutzverein umfassend über dieses Thema aufklären und sprich auch die typischen Mittelmeererkrankungen an (Babesiose, Ehrlichiose, Leishmaniose) .

Ein Hund aus dem Katalog?

Wenn es dir zu riskant ist, einen Hund nur anhand eines Fotos oder Videos im Internet auszusuchen, gibt es noch weitere Möglichkeiten. Viele Tierheime in Deutschland kooperieren mit Hundevereinen, die sich für den Auslandstierschutz stark machen. Auf diese Weise ist auch Bobby nach Deutschland gekommen. Weiterhin unterhalten Tierschutzvereine auch Pflegestellen in Deutschland, bei denen bereits Hunde leben und die man dort auch kennenlernen kann.

Prüfe den Verein

Man mag es sich kaum vorstellen, aber auch unter den so genannten Tierschützern gibt es schwarze Schafe. Informiere dich daher über den Verein so gut es geht. Nimm die Homepage genau unter die Lupe, suche nach Erfahrungen anderer. Stelle möglichst viele Fragen.  Lass dich auf keinen Fall zur Adoption eines Hundes drängen oder gar unter Druck setzen. Wenn du ein schlechtes Gefühl schon bei der Abwicklung der Formalitäten hast, dann tritt lieber rechtzeitig von der ganzen Sache zurück.

Meine Erfahrungen mit Bobby

Wie bereits erwähnt, war Bobby schon in Deutschland, und wir hatten ausreichend Zeit ihn kennenzulernen. Die ersten Wochen der Eingewöhnung waren nicht ganz einfach. Der Hund war ängstlich und unsicher, erschrak bei jeder Kleinigkeit, hatte Alpträume und machte dann unter sich. Vor meinem Mann hatte er Angst und reagierte ihm gegenüber sogar zeitweise aggressiv. Hier gab es nur zwei Möglichkeiten: Aufgeben oder durch! wir haben uns für letztere entschieden. Man braucht hier sehr viel Geduld und muss immer wieder versuchen, Kontakt zum Hund aufzubauen. Ich empfehle dir dazu meinen Artikel Fass mich nicht an. Auch solltest du immer wieder mit Rückschlägen rechnen.

Wir haben sehr viel mit Bobby gearbeitet, und der Hund zeigte sich sehr lernfreudig. Langsam fasste er Vertrauen, auch zu meinem Mann. Ab diesem Zeitpunkt ging es stetig bergauf.
Wann war Bobby so richtig, endgültig hier angekommen? Ich würde schätzen nach ca einem bis eineinhalb Jahren.
Doch trotz einiger Schwierigkeiten: Ich würde alles noch einmal genauso machen. Vor allem aber möchte ich Bobby nicht mehr missen. Er ist ein ganz besonderer Hund.

Schlusswort

Wenn du mich fragst, ob ich mir wieder einen Hund aus dem Ausland holen würde, beantworte ich diese Frage mit einem eindeutigen Ja! Ich weiß aber genau, worauf ich mich einlasse und bin bereit sehr viel Einsatz für das Wohlergehen eines Hundes zu bringen. Ich möchte dir auf keinen Fall davon abraten. Aber bitte gehe sehr überlegt an die Sache heran. Wenn du scheiterst, ist weder dir noch dem Hund geholfen, der sein Zuhause verliert.

Hast du auch einen Hund aus dem Ausland? Wie lief bei euch die Eingewöhnung? Wie lange hat es gedauert, bis der Hund dir und deiner Familie vertraut hat? Verrate es mir gern in einem Kommentar.

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16 Kommentare

  1. Hallo Bettina,

    Das ist ein wirklich schöner, ausführlicher Artikel. Es ist alles beschrieben, auf was man sich einstellen muß. Wir haben 2015 einen Hund aus dem Tierschutz aus Zypern ein Zuhause gegeben.
    Nachdem unsere Hündin nach liebevoll erfüllten 16 1/2 Jahre alte Hündin eingeschläfert werden mußte, stand fest, daß wieder ein Hund bei uns einzieht. Ich war auf die Seite eines Tierschutz-Vereins gestoßen, die mich seit dem Tag nicht mehr losgelassen hat. Auf dieser Seite sind Welpen, große, kleine, alte Hunde, Hunde mit Handicap oder anderen Organisationen aus Zypern und Rumänien. Einige sind auch schon in Pflegestellen in Deutschland, wo man die Fellnase kennenlernen kann.
    Wie Du schon geschrieben Hast, ist es herzzerreißend, wenn man diese ganzen traurigen Augen und Bilder sieht. So viel es mir sehr schwer, welches der richtige Hund sein sollte, da wir noch 2 Katzen (10 & 17) zu Hause hatten.
    Nun hatte ich mir einen kleinen Welpen ausgesucht. Eine Labbi-Mix-Hündin. Nächster Schritt war, mit der Vermittlerin aus Deutschland Kontakt aufzunehmen. Erst waren es E-Mails mit Fotos von uns, unserer Wohnung und Garten. Als ich dann mit ihr telefonierte, kamen wir auf das Thema mit unserer Wohnung. Die Größe war in Ordnung, aber im 1. Stock. Die Vermittlerin sagte, es wäre schön, wenn ich dem Welpen ein zu Hause geben würde, aber sie bleibt ja nicht klein. Wenn sie mal nicht laufen kann oder im Alter, könnte ich den Hund mit meiner zierlichen Statur (sie hatte mich ja auf dem Foto gesehen) nicht die Treppe hoch tragen.
    Das war ein Punkt, den hatte ich überhaupt nicht bedacht. Daran sollte man bei der Auswahl des Hundes mitbedenken.
    Also schaute ich weiter. Auch die Vermittlerin wollte nach dem geeigneten Hund für uns suchen.
    Und dann fand ich unseren Amigo. Bei seinem Bild schlug mein Herz genauso, wie bei unserer alten Hündin. Somit war es entschieden. Amigo sollte bei uns ein Zuhause bekommen. Und zum Glück hatte er die gleiche Vermittlerin, mit der ich schon telefoniert hatte. Am 12.12.2015 konnten wir unseren Amigo vom Hamburger Flughafen abholen. Er war schon gechipt, geimpft (EU-Ausweis), war vorher noch kastriert worden. Auch würde ein Katzenverträglichkeitstest gemacht, den er mit Bravour bestanden hat.
    Am Flughafen waren noch mehrere neue aufgeregte Hundbesitzer. Auch von der Organisation waren mehrere Menschen dort, die uns für unsere Antworten zur Seite standen. Auch gaben sie uns noch viele hilfreiche Tipps. Dann kamen die Hunde und alle waren überglücklich. Völlig geschafft kamen wir dann endlich um 4.20 zu Hause an und bräuchten alle erstmal eine kräftige Mütze Schlaf.
    Ja, was soll ich sagen, nach der ganzen Freude kam dann erstmal die Ernüchterung. Mit der Erziehung wird schon gut klappen. Wir hatten vorher einen Spitz gehabt, die ja auch nicht einfach zu erziehen sind. So schwierig kann das ja nicht sein. War es aber. Amigo hatte vor allem Angst. Der Geländewagen unseres einen Nachbarn, unser anderer Nachbarn, der Bart hat und dunkelhäutig ist, vorbeifahrenden Auto, andere Menschen auf der Straße, etc. Es wäre einfacher zu sagen, wovor er nicht Angst hatte. Das einzige, was wir wußten, daß er über den Zaun einer Kläranlage entsorgt worden war und wohl als Jadghund ausgebildet werden sollte, aber dazu wohl nicht „getauft hat, da er kein Wasser mag (außer in der Badewanne – das ist hja auch warm). Also mußten wir immer Stück für Stück arbeiten. In den Garten setzen und den Nachbarn bitten den Geländewagen laufen zu lassen, damit Amigo merkt, daß es gar nicht schlimm ist. So haben wir jedes Angstproblem nach und nach bewältigt. Nicht mit Macht alles auf einmal. Hinzu kommt noch, daß Amigo ein Beagle-Pointer-Mix ist. Beagle stur mit eigenem Kopf und Pointer der sanftmütige Riese. Also sanfte-„strenge“ Erziehung. Aber es hat sich gelohnt. Stubenreinheit war in einer Woche da. Den Rest haben wir mit Hundeschule, Geduld und Spucke hinbekommen.
    Man merkt aber, daß er Südländer ist. Er brutzelt in der Sonne, bis er fast ar ist. Und legt sich das noch liebend gerne auf die schwarzen Terrassenplatten.
    Und Wasser von oben ist doof, am Bauch auch. Und an den Pfoten sowieso. Deswegen wurde der Weg auch trocken geleckt, bevor er gelaufen ist. Aber das alles meistert er jetzt prima. Nur Pfützen umgeht oder überspringt er immer noch, weshalb er von uns liebevoll den Spitznamen HASE bekommen hat. 😃
    Jetzt zeigt er dem Welpen (auch Angsthund) meiner Freundin, daß alles gar nicht schlimm ist, wenn man dem Frauchen vertraut.
    Und seit Februar 2017 kann Amigo auch in den Feldern ohne Leine laufen. Ich muß nur die Augen nach Regen und Hasen aufhalten und ihn dann wieder anleinen. Denn dann kommt der Jagdhund durch. Sonst ist er gut abrufbar.

    Auch wenn es viel Zeit in Anspruch nimmt und man immer wieder Rückschläge hat. Und man schon am Zweifeln ist, ob man das richtige getan hat, es lohnt sich. Man darf nicht aufgeben, laaaaangen Atem und Durchaltungsvermögen haben. Dann ist der Erfolg und die Liebe des Hundes sicher. Manchmal bleiben immer einige Macken, besonders bei älteren Hunden. Egal ob aus dem Ausland. Und wie Bettina schon in ihrem Artikel geschrieben hat, wir müssen uns in die Lage der Hunde versetzen, wie wir uns fühlen würden.

    Wer sich das alles überlegt hat und alles auf sich nehmen möchte, dann kann ich auch nur zu einem Hund aus dem Tierschutz raten. Ich würde es immer wieder machen, Egal, wie lange die kleine Fellnase braucht, um anzukommen.

  2. Unsere Familien-Hunde kommen schon seit Jahrzehnten aus dem Ausland. Früher waren es ausrangierte Windhunde aus Spanien. Zur Zeit sind es zwei Französische Bulldoggen. Unser Odin wurde in einer ungarischen Puppy mill geboren und von seinem Züchter im Alter von 4 Wochen in ein Tierheim abgeschoben, weil in einer seiner Augenhöhlen eine matschige Masse statt einem gesunden Auge war. Er war unnütz, weil nicht zu verkaufen. Noch Glück gehabt, dass er nicht getötet wurde.
    So kleine Kerlchen, die zum einen das Pech haben unter katastrophalen Umständen auf einer Zuchtfarm geboren zu werden und dann noch ihrer Mutter zu früh weggenommen werden, können niemals eine für Welpen so wichtige natürliche Sozialisierung durch ihre Mutter erfahren. Odin hat zum Beispiel 1 ganzes Jahr gebraucht, bis ich sagen konnte, er ist stubenrein. Er war ständig aufgedreht wie ein Duracell Hase. Also haben wir unsere Vorsätze nur noch einen Einzelhund zu halten über Bord geworfen und unseren Loki aus einer Auffangstation von Gran Canaria geholt, der als 9 Monate alter Welpe aus der örtlichen Tötungsstation gerettet worden war. Er war krank und psychisch gestört, weil er sein ganzes junges Leben alleine im Garten seiner Familie verbracht hatte. Es hat lange gedauert, bis wir sein Vertrauen und seinen Respekt hatten.
    Alle Arbeit und Mühen, Geduld und Liebe, jeder Cent den wir für unsere Auslandshunde in Arztkosten investieren mussten (bei Odin, 3 Jahre alt, waren es ca. 8000€ für verschiedene Operationen) haben sich gelohnt.
    Wir hatten stets Familienhunde, die uns ihr Herz geschenkt und und glücklich gemacht haben.
    In einen Nothund aus dem Ausland darf man nicht die gleichen Erwartungen setzen, wie in einen behüteten Welpen, der nach angemessener Zeit die Mama und den erfahrenen Züchter verlässt. Es ist Arbeit. Man braucht Geduld. Man darf nicht aufgeben, weil es schwierig wird (Loki hat uns im ersten Jahr mehrfach blutig gebissen).
    Mit Liebe, Geduld und einer stetigen konsequenten Erziehung wird alles gut…für alle Beteiligten.

  3. Gitta Brandhuber

    Hallo, ich kann von meiner Erfahrung mit rumänischen Strasse Hunden berichten. Erst mal: der obige Beitrag ist sehr objektiv und wichtig! Seit beinahe 5 Jahren ist Paul bei uns. Er kam aus Bukarest und hatte grosse gesundheitliche Probleme. Haut, Lunge, Verdauung und Bewegungsabläufe machten ihm Stress und er war erst 4 Monate alt. Paul war mein erster Strassen hund nach vielen anderen Hunden. Von Anfang an aber stellte ich fest dass er etwas besonderes war und ist. Noch nie hat mich einer meiner Hunde so sehr gefordert aber er war von Anfang an mein absoluter Seelenhund. Wie ich bereits erwähnt habe ist der Artikel super, in einem jedoch kann ich nicht zustimmen. Strasse Hunde zeigen sich sehr wohl dankbar auf ihre Art. Ich habe bald bemerkt dass Paul trotz der erlittenen Qualen ein grosses Herz hat. Da kam der Gedanke auf, ihn zum Therapiehund zu machen. Ein guter Plan. Seit 2 Jahren arbeite ich mit ihm zusammen in Seniorenheim und Rehakliniken. Paul macht diese Arbeit mit grosser Hingabe in der Zwischenzeit macht das auch die griechische Strassenhündin meiner Tochter ebenso fantastisch. Wie die Artikelschreiberin würde ich nur noch Strassenhunde nehmen aber es sei gewarnt: Als Ersthunde am besten Welpen holen, viel Zeit und Liebe investieren, Geduld haben! Und immer damit rechnen dass Strassenhunde ein bissi schlauer sind als man vermutet. Mittlerweile mache ich Vorkontrollen für den Verein animal.souls den ich allerwärmstens empfehlen kann. Leider gibt es bei den Vereinen auch unseriöse schwarze Schafe.

    • Hallo Gitta,
      vielen Dank für dein ausführliches Feedback. Es freut mich, dass du so positive Erfahrungen gemacht hast. Auch ich liebe meinen Bobby über alles, obwohl es auch bei uns am Anfang nicht leicht war.
      Wenn man einen Artikel schreibt, dann verfolgt man in der Regel ein bestimmtes Ziel. So ist es zumindest bei mir. Mein Ziel ist hier ganz klar, dass die Menschen sich von falschen Erwartungen lösen. Ich nehme nur das Beispiel, mit dem ich meinem Artikel begonnen habe. Das ist keine ausgedachte Geschichte, sondern hat sich wirklich in der Facebook-Gruppe des Tierschutzvereins, von dem Bobby kommt, so zugetragen. Ich möchte, dass die Menschen sachlich an die Adoption eines Hundes herangehen – zum Wohle der Hunde.
      Liebe Grüße
      Bettina mit Rica und Bobby

      • gitta brandhuber

        Hallo Bettina,
        ich stimme Dir auch zu 100 % zu. Sich einen Hund anzuschaffen sollte prinzipiell sehr gut überlegt sein, einen Strassenhund erst recht. Ich wollte nur Mut machen…. auch bei uns sind schon Tränen geflossen und es ist oft nicht einfach aber es lohnt sich durchzuhalten, es sind eben ganz besondere Hunde… aber wem erzähl ich das😂

  4. Hallo…….Seit 1.5 Jahren wohnt Layla bei uns……Eine kleine gumänische strassenmischung. Anfangs war ich sehr skeptisch. Meine Schwester hat svhon länger eine etwas schwierige hündin. Doch unser probetag zuhause verlief sehr harmonisch und wir entschieden dass layla einziehen darf. Anfangs hatte sie vor allem angst: stöcke, geschirrklappern, Busse und Lkw sowie traktoren, andere hunde, hektische Bewegungen. Aber vor allem Wasser. Es ist fast unmöglich ihr die Pfoten zu säubern oder gar zu waschen…… Im Gegenzug ist sie sehr verschmust und anhänglich, hst jedoch aber auch ihr stures köpfchen. Ein Familienleben ohne unsere layla können wir und gar nicht mehr vorstellen. Wenn ich aber berichte lese oder höre bin ich jedoch sehr froh eine so liebe Hündin bekommen zu haben. Sie macht uns bis auf das Futter ( verträgt kein fertigfutter)keine Probleme. Im gegenteil. Sie gibt uns sehr viel. Der dankbare Blick bei Gewitter (und sonstigen beängstigende Geräusche)wenn wir für Sie da sind spricht für sich. Und meine depressiven Phasen haben sich zudem auch gebessert. Wir hatten da wohl echt Glück mit unsrer zuckerschnut.

  5. Jule ist der zweite Hund aus dem Ausland, den wir bei uns aufgenommen haben. Beim ersten Hund haben wir die klassischen Anfängerfehler gemacht, obwohl wir (unter der Hand) vor der Vermittlungsstelle gewarnt wurden.
    Damals dachte ich ganz naiv, dass mit viel Liebe und noch mehr Konsequenz jeder Hund lernfähig ist.
    Der Hund, den wir damals bekamen, hatte noch nie unter Menschen gelebt, sondern wurde direkt als Welpe in den Tiertransporter nach Dtl. gepackt. Zusammen mit seinen Geschwistern und seiner Mutter. Hier in Dtl. kam er in einen Zwinger und nach und nach wurden alle Familienmitglieder vermittelt. Wir bekamen den letzten Hund (er war zu diesem Zeitpunkt einjährig) aus diesem Wurf. Die Papiere schienen alle in Ordnung (heute wissen wir, dass es merkwürdig ist, dass der Hund direkt von der Strasse nach Dtl. kam – aber er sechs Wochen zwischen der ersten und zweiten Impfung im Tierheim des Herkunftslandes gewesen sein soll). Der Hund kam bei uns an und war total durch den Wind. Er drückte sich in den hintersten Winkel und vermied jeden Menschenkontakt. Gefressen hat er nur, wenn ich ihm das Nassfutter mit der bloßen Hand vor die Schnauze gehalten habe. Meinem Mann und meinem Sohn ging er total aus dem Weg. Drei Wochen ging „das Spiel“ so. Dann besuchte uns eine Freundin der Tochter. Da änderte sich das Verhalten des Hundes schlagartig. Er knurrte tief und kehlig, fletschte die Zähne und schnappte nach der Tochter und deren Freundin. Wir schlossen die Wohnzimmertüre und warteten ab, dass der Hund sich wieder beruhigt. Am Abend legte sich der Hund in sein Körbchen an meinem Bett. Als meine Kinder (wie jeden Abend) zum Gute-Nacht-sagen ans Bett kamen, tickte der Hund wieder aus. Kehliges Knurren, geduckte Haltung. Wir sperrten den Hund ins Wohnzimmer. Am Morgen legte ich ihm das Halsband an und führte ihn in den Garten zum pisseln. Danach war sein Nervenkostüm ganz durch – und ich konnte ihn nur noch in eine Hundebox sperren. Bevor er auch nach mir schnappte. Wir riefen die Vermittlungsstelle an und brachten den Hund zurück. Anfangs wollten sie den Hund nicht zurücknehmen (obwohl im Vertrag stand, dass wir ein dreiwöchiges Rückgaberecht haben, wenn es nicht geht) Erst als ich sagte, dass ich in diesem Fall den Hund ins Tierheim bringen werde, lenkte die Leiterin der Vermittlungsstelle ein.
    Später lernte ich, dass Hunde „sensible Phasen“ haben, in denen sie ein Verhalten erlernen – oder eben nicht. Und wenn diese Phase verpasst wird, dann kann man diese später auch nicht nachholen. „Unser Hund“ hatte vor allem Angst. Wald. Wiese. Menschen. Haus. Zimmer. Der einzige Ort, an dem er sich wohlgefühlt hatte, war mitten in der Stadt. Dort erlebte ich ihn tiefen-entspannt.
    Angeblich wurde dieser Hund als Zweithund weitervermittelt – damit er einen Ersthund hat, der ihm zeigt, wie man sich als Hund bei Menschen verhält.

    Ich habe erst hinterher verstanden, was alles nicht in Ordnung war bei uns und dem Hund.
    Obwohl wir der Vermittlungsstelle gesagt haben, dass wir blutige Hundeanfänger sind, bekamen wir einen Hund vermittelt, der keinerlei Erfahrung mit Menschen hatte.
    In der Vermittlungsstelle verbrachte er ein halbes Jahr in einem hundegerechten Stall. Freilauf hatten alle Hunde in einem Hof, der etwa 10 auf 10 Meter groß war.

    Zwischenzeitlich haben wir wieder einen Hund aus dem Tierschutz. Aber von einer seriösen Vermittlungsstelle. Sie kam zu uns als Pflegehund – weil sie mit anderen Hunden nicht klarkommt. Sie ist total menschenfreundlich – doch bei Hunden benimmt sie sich absolut daneben. Wir haben Einzelunterricht und Gruppenstunden gehabt – doch das Verhalten wird nicht anders. Der Einzelunterricht war kostenfrei, denn das wichtigste Ziel der Organisation war, unserem Hund ein gutes Zuhause zu vermitteln.

    Ich weiß nicht, ob ich noch einmal einen Hund aus dem Tierschutz übernehmen würde. Eher nein. Denn neben den Macken – die den Alltag ziemlich erschweren, können noch unwägbare Tierarztkosten dazukommen. Z.B. durch die typischen Mittelmeerkrankheiten wie Leishmaniose.

    Ich träume davon, dass ich eines Tages meinen Hund mal von der Leine loslassen kann – doch die Erfahrung zeigt, dass manche Verhaltensweisen nicht mehr veränderbar sind. Wir bekam unsere Hündin mit sieben Jahren. Und so wie es scheint, wurde sie schon einige Male als Bumerang-Hund zurückgegeben.

    Statt Hunde aus Rumänien und Spanien zu adoptieren, erscheint es mir klüger, die Kastrationen vor Ort zu unterstützen.

    Unsere Hündin kommt z.B. aus Spanien. Im Winter (sobald die Tagestemperatur unter 25°C fällt) friert sie. Im Sommer legt sie sich bei der allergrößten Hitze auf das Wellblech und brät sich mit Genuss in der Sonne. Seit diesem Sommer ist uns klar, dass sie sich am allermeisten nach der Wärme und der Sonne sehnt. Im Moment überlegen wir uns, ob wir ihr eine Heizdecke fürs Körbchen kaufen. Denn Wärmeflaschen findet sie fantastisch.

    Auch wenn Tierschutzhunde verlockend günstig erscheinen, würde ich jedem davon abraten. Denn die Folgekosten stehen in keinem Verhältnis zum „Einkaufspreis“.
    Wir hatten Glück mit unserem ersten Hund. Er hat niemanden ernsthaft verletzt – aber es kann auch anders kommen. Denn ein Tierschutzhund ist immer ein Risiko.

  6. Hallo Bettina, dein Artikel spricht mir aus dem Herzen. Auch mein Hund kommt aus Rumänien. Als ich Sina vor fast zwei Jahren zu mir genommen habe war sie schon ein viertel Jahr in Deutschland und hatte in dieser kurzen Zeit schon drei Frauchen. Die erste hat sie über einen Verein noch Deutschland geholt, hat aber wohl nicht damit gerechnet das so ein Hund noch nichts kann. Sie war damit total überfordert. Nach sechs Wochen wurde Sina dann von der Polizei beschlagnahmt und kam in eine Pflegestelle. Dort wurde sie von zwei Freundinnen mal in der eine mal in der anderen Wohnung betreut. Nach weiteren sechs Wochen kam sie dann zu mir. Sie war sehr ängstlich und teilweise auch richtig panisch. Sie ist mir mehrfach vor lauter Angst aus Halsband und Geschirr ausgebückst und war nur schwer wieder einzufangen.Wir haben viel miteinander gearbeitet. Haben Vertrauen aufgebaut. Sie hört jetzt aufs Wort und kann auch ohne Leine laufen. Sie hat immer noch Angst das sie mich wieder verliert. ES hat viel Arbeit , manchmal auch Angst und Verzweiflung gekostet aber heute ist Sina der beste Hund den ich mir vorstellen und ich würde es immer genauso wieder machen.
    Ich wünsche allen die einem Hund aus dem Ausland ein Zuhause geben möchten viel Kraft und Ausdauer. Essen lohnt sich.

    • Hallo Marion,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Es passiert leider häufiger, dass Hunde aus dem Ausland geholt werden, die Halter dann überfordert sind und die Hunde dann herumgereicht werden. Zum Glück hat Sina ein tolles Zuhause gefunden. 🙂 Viel Freude weiterhin mit ihr.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

  7. Ein sehr schöner Artikel.
    Ich habe eine Hündin aus Portugal, die inzwischen seit fast sieben Jahren bei mir lebt.
    Als ich sie bekam hatte sie vor allem Angst. Menschen, Straßenverkehr-besonders Bussen, Kinderwagen, Stöcken jeder Art usw.
    Es hat ungefähr ein halbes Jahr gedauert, bis sie sich das erste Mal auf den Rücken gedreht und es genossen hat, dass ich ihr den Bauch kraule. Und sie ist bis heute kein großer Kuschler. Was mir mit am Meisten ausgemacht hat. Inzwischen ist es aber in Ordnung für mich.

    Mit der Zeit hat sie die Angst verloren, aber man sieht sehr deutlich, dass es so wichtig ist, dass Hunde in den ersten Wochen so viel wie möglich erleben. Es passiert immer noch, dass sie mit einer Situation überfordert ist, aber meist meistern wir es gemeinsam ganz gut.
    Es passiert aber auch, dass ich voller Stolz und auch Verwunderung meinen Hund anschaue und sehe, wieviel wir geschafft haben. Wenn sie mit mir auf einer Mittelinsel steht und um uns rum der Verkehr tobt und sie keine Miene verzieht zum Beispiel. Wo sie früher so gestresst war, wenn wir an einer stärker befahrenen Straße entlang gelaufen sind.

    Dankbar war und ist sie mir bis heute nicht. 🙂 Sie ist eher eine Art Freigeist, die es zwar inzwischen zu schätzen weiß, dass ich sie nach einem Spaziergang im Regen trocken rubbel und die Vorzüge einer weichen Matratze genießt, aber sie macht auch heute noch gerne ihr Ding. Und ich lasse sie in einem Rahmen, in dem sie sich und andere nicht gefährdet.

    Viel Spaß haben wir beim Rad fahren und Tricks lernen.
    Da ist sie Feuer und Flamme.

    Ob ich wieder einen Hund aus dem Ausland ein Zuhause geben würde? Ich denke, wenn ich wieder das Gefühl habe, dass er zu mir passt: ja.

  8. Huhu,
    Ich finde den Artikel total spannend, zwar war Kylar kein Hilfsbedürftiger Hund von der Staße aber auch er kommt aus dem Ausland und darüber haben wir uns vor der Anschaffung keine Gedanken gemacht. Mitlerweile lebt man ja Gefühlt in der EU und nicht in Deutschland. Aber bestimmte Krankheiten sind in Deutschland nicht so vertreten. Zum Beispiel Herzwürmer, da man Kylar noch nicht testen kann, das ist Zeit abhängig, darf er nicht alle Wurmkuren was wirklich hinderlich ist.
    Trotz intensiver Vorbereitung auf den Hund haben wir uns so vieles anders vorgestellt und ich hab den größten Respekt vor den erzogenen Hunden dieser Welt und deren Herrchen die sich so viel Mühe geben. Als nicht Hundehalter hab ich diesen Aufwand nie gesehen und ich will mir gar nicht vorstellen wie ein Angsthund ist. Ich wäre wohl total am verzweifeln, mich hat es total aufgewühlt als Kylar Angst vor den Asylbewerbern hatte, das Heim ist um die Ecke. Am Ende ist mir aufgefallen das er nur Angst vor dunkelhäutigen hat oder Frauen mit Kopftuch. Aber auch das haben wir gemeistert. Hat aber ein Hund Angst vor jedem Mann wird es zum Spießrutenlauf.
    Ich bedanke mich für den tollen Artikel der hoffentlich einigen erreicht und wach macht, so dass man sich bewusst dazu entscheidet, eine schwierige Aufgabe an zu nehmen.
    Liebe Grüße Eva und Kylar

    • Hallo Eva,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass dir mein Artikel gefällt.
      Ich muss ehrlich gestehen, als wir 2010 Rica zu uns holten, hatte ich von Hunden so gut wie keine Ahnung. Ich holte mir damals ein paar Hundebücher aus der Bücherei und war der Meinung, alles Weitere würde sich schon irgendwie ergeben. Dann die schlechten Erfahrungen mit unserer ersten Hundetrainerin. All das hat mich aber stark gemacht und mich dazu gebracht, mich selbst weiterzubilden. Jetzt möchte ich anderen gern helfen.

      Als wir Bobby adoptierten, wussten wir, dass es nicht leicht werden wird. Aber ich habe es als meine Aufgabe angenommen, Bobby zu einem alltagstauglichen Hund zu erziehen, und es hat geklappt.

      Ich wünsche dir mit Kylar eine ganz tolle und glückliche Zeit.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

  9. Hallo Bettina,
    das ist einer der informativsten und punktgenauesten Artikel die ich bisher zu dem Thema gelesen habe.
    Viele Menschen sind sich nämlich tatsächlich nicht über die Bandbreite bewusst, die ein Tierschutzhund aus dem Ausland mit sich bringen kann. Auch gibt es Fälle in denen der Hund tatsächlich nie eine derartige Bindung zum Besitzer aufbaut, wie man es sich vielleicht erhofft hat.
    Danke für deinen großartigen Artikel, werde ihn für Verweise im Hinterkopf behalten.
    Liebe Grüße
    Danni

    • Hallo Danni,
      vielen Dank für deine lieben Zeilen. Das geht ja runter wie Öl. 🙂
      Mir liegt dieses Thema sehr am Herzen, weil ich auch immer wieder mitbekomme, welche Erwartungen die Menschen an den Hund haben und wie schnell Überforderung eintritt, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

  10. Hallo Bettina,
    toller und ausführlicher Artikel! 🙂 Ich möchte noch folgendes ergänzen: einen gut arbeitenden Verein erkennt man u. a. auch daran, dass die Tiere über das TRACES System angemeldet werden, wenn sie nach Deutschland kommen. TRACES ist ein EU-weit gültiges System, worüber alle Tiertransporte angemeldet werden. Das gilt dann natürlich nicht für Drittländer wie z. B. Türkei. Da wäre dann vermutlich ein Gesundheits-Check von einem türkischen Tierarzt ein wichtiges Dokument.
    Du hast es selbst im Beitrag angesprochen, auch bei Sura war es so: Aus Rumänien kam sie erstmal in ein Tierheim nach Deutschland. Einfacherweise in das, in dem ich bzw. wir selbst ehrenamtlich tätig sind. 😉 Da hatten wir dann ausreichend Zeit, sie kennen zu lernen. Gerade für mich ist das echt super gewesen, den Erst-Hund noch etwas länger kennen lernen zu können. Klar hatte ich schon Pflegehunde und auch im Tierheim oft mit den dortigen Hunden zu tun, aber das ist nochmal etwas anderes gewesen.
    Viele Grüße,
    Jessica

    • Hallo Jessica,
      vielen Dank für dein Feedback. Du hast Recht: Ich glaube TRACES ist ein gutes Erkennungsmerkmal für einen seriös arbeitenden Verein. Auch Bobby ist so nach Deutschland gekommen.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

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